Thirty Seconds To Mars – Das Konzert das keines war

Die Enttäuschung des Jahres. Eine dreiköpfige Band auf zwei Haxen und ein völlig eigenartiges Publikum.

30STM Tickets

Im November 2011 flogen wir nach London um in der O2 Arena  die großartigen Thirty Seconds To Mars anzuschauen. Gestern bespielten sie die Burg Clam und wir waren wieder dabei. Wir haben  von der abnehmenden Live-Performance Qualität gewusst, sind aber dennoch nach Clam gefahren.

 

Anreise

Meine Frau liest mir zuhause einen Bericht vom Konzert in Prag vor, in dem steht, das Shannon Leto (Schlagzeuger) bei den nächsten Tourstopps nicht dabei sein wird, weil er angflaschelt Auto gefahren ist und deshalb aus den USA nicht ausreisen darf. Das Schlagzeug wird also vom MP3-Player kommen. Diese Meldung passt zu dem Bild den die Jungs in letzter Zeit abgegeben haben (Wien vor 2 Jahren war ja auch nicht so der Burner).

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Also alle Erwartungen runtergeschraubt und mit der Einstellung nach Clam gefahren, 30STM von der CD, aber draußen, mit Partystimmung und aus einem Line-Array mit ordentlich Wumms zu hören. Denkste.

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Zuerst lang nix. Dann die Vorband Nihils – was soll ich sagen, Vorband halt. Hab nix gehört, weils so leise war. Dann wieder nix. Nur leichter Regen und Pausenmusikberieselung aus dem Kofferradio unter der Wahrnehmungsschwelle. Wir haben die Zeit mit einem Grafenweckerl überbrückt, neben dem großartigen Konzertgelände in Clam das einzige Highlight.
Dann gehts los. Jesus erscheint mit Krone und Plastikponcho. Tomo Miličević ist auch da. Das ist alles. Wirklich kein Schlagzeug. Eine Zwei Personen Karaoke-Kombo. Es folgt eine Stunde Konservenmusik auf gehobener Zimmerlautstärke zu der Jared Leto karaokemäßig mitsingt. Neben uns hat jemand den Mülltonnendeckel fallengelassen, das war lauter.

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Riesenluftballons die die Zuschauer hin und her bouncen sehen toll aus, werden aber nach einer Nummer vom Wind verblasen. Auf der Bühne steht ein Dreieck (Triad) aus Styropor.
Austria, Austria, Austria. Leto beschwört den nichtvorhandenen Nationalstolz und schwingt eine Österreich Fahne. Es wird ein Foto für Instagram gemacht. Das Publikum macht mit, weils in den Youtube Videos so geil aussieht wenn die Menge bebt. Er holt sich einen Typen aus dem Publikum auf die Bühne, der sagen soll das Österreich geil ist. Und alle schreien. Show, der Show wegen. Da sind dann auch leider so kurze Wetten-Dass Momente: Wenn die Zuschauerchöre eingespielt werden während im Publikum betroffene Stille herrscht.

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Hurricane – eine grandiose Welt-Nummer spielt er alleine auf seiner Jungschargitarre runter. Ich hab so was fades noch nie erlebt.
Closer To The Edge – völlig dynamikbefreit mit ein bisschen Licht aus 5 Moving Heads.
Up In The Air – Erstaunlich gutes neues Album.

Mitten unterm „Konzert“ hat jemand hinter mir Zuuugaaaabeee geschrien. Hab recht lachen müssen – das Konzert war allerdings wirklich zu Ende. Wenigstens hats nur eine Stunde gedauert. Alle laufen davon.

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Parkplatzchaos wie gewohnt. Die Mädchen im Salzburger Golf vor uns bilden mit den Fingern ein Triad und zeigens bei der Heckscheibe raus.

Alle Fotos wurden mit dem Google Nexus 5 und VSCO Cam gemacht.