Dragan Volumio mit Wecker
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Dragan Volumio

Vorgeschichte

Als in meinem Casio Schlafzimmerwecker unlängst die Batterie leer wurde begann ich über eine etwas elegantere Wecker-Lösung nachzudenken. Piepsen sollte er können, und eine physische Taste zum Ausschalten. Eventuell noch ein FM Radio zum Radiohören.

Ich wollte einfach einen hochwertigen Radiowecker. In der Küche verwende ich einen Sangean WR-11, der kommt meinem Ideal ziemlich nahe, hat aber keine Weckfunktion.

Ein Wecker an sich ist ja auch so eine Gerätegattung wie MP3 Player oder Fotoapparate die durchs Smartphone kannibalisiert wurden.

Also kam mir eine Micro-Hifi Anlage in den Sinn. Die meisten kleinen Hifi-Systeme haben überraschenderweise auch eine Weckfunktion intergiert. Die Dinger unter hundert Euro sind aber meist grottige Plastikkisten. Und die besseren wie Yamaha Pianocraft oder Denon CEOL waren mir zu teuer.

Für mich führt offenbar kein Weg am Raspberry+ Volumio vorbei. Ich habe diese Kombi schon seit längerem mal im Wohnzimmer, mal im Gartenhaus im Einsatz. So richtig hundertprozentig funktionieren tat diese Kombi bisher nie, aber vielleicht ist es ja genau das, was meinen Basteltrieb weckt. In der Theorie jedenfalls ist dieser Headless Audioplayer jedenfalls unschlagbar. Was ist das nun genau?

Auf dem Bastelrechner Raspberry Pi wird eine Variante von Raspbian (Linux Betriebssystem) installiert, die nur zum Zwecke des Musikhörens geschaffen wurde. Diese Software, kann Internetradio empfangen, Musik vom NAS abspielen oder lokale MP3-Files vom internen Speicher des Raspberrys oder einem USB Stick. Da die Tonqualität des Raspberrys über die 3,5mm Kopfhörerbuchse aber schlecht ist gibt es sogenannte DAC-Hats. Das ist eine Platine, die auf den Raspberry aufgesteckt wird, das digitale Audiosignal des Raspberrys abgreift und einen eigenen D/A Wandler besitzt. Über Chinch Buchsen wird das Audiosignal ausgegeben. In meinem Fall hat das Board auch noch einen kleinen Amp mit 2×20 Watt installiert, der die Boxen direkt antreibt und zusätzlich den Raspberry mit Strom versorgt.

Was kann das Ding?

  • Hängt im WLAN (ist somit vom ganzen Haus aus fernsteuerbar)
  • Absoluter High End Sound
  • Wirklich Kein Rauschen
  • Internetradio (entgegen meiner bisherigen Meinung besser als FM Radio und tolle Sendervielfalt)
  • Kann Musik direkt von meinem NAS abspielen
  • braucht nur ca. 3 Watt im laufenden Betrieb

Als Laustprecher hab ich mir Fountek FR88 Breitbänder besorgt. Als Gehäuse bot sich die IKEA Dragan Schachtel an. Den Deckel einfach verkehrt aufgeleimt, etwas Dämmwolle hinein und ein Stück Installationsschlauch als Bassreflexrohr eingesetzt.
Die Schallwand wurde mit einen Stück Holz versteift, da die 2mm starke Bambusplatte nach dem Chassisausschnitt etwas labil war.
Ein klassischer IKEA Hack 🙂

Der Raspi mit dem HifiAmp fand in der kleineren IKEA Dragan Schachtel Platz. Somit ist es eine völlig „knopflose“ Anlage die toll zu einem cleanen Einrichtungsstil passt.

Weboberfläche von Volumio

Bedient wird die Anlage über jedes Smartphone, PC oder Tablet. Einfach im Browser „volumio.local“ eingeben und schon erscheint die Bedienoberfläche von Volumio.

Bassreflexerechnung Dragan Volumio
Bassreflexsimulation

Kostenaufstellung

  • 2x Fountek FR 88       EUR 36,-
  • Hifi Amp Geekworm EUR 24,-
  • Raspberry Pi 3 B+      35,-
  • SD Karte EUR 4,-
  • 2x IKEA Dragan EUR 20,-
  • Netzteil EUR 10,-

Gesamtkosten EUR 130,-

Ein Tipp für Nachbauer: In Volumio kein Equalizer Plugin verwenden, da Volumio offenbar Probleme mit dem DAC hat.

Und der Wecker?

Tja, da hab ich mir einen Wecker vom Hofer geholt. Mit Großem Display, und Snoozefunktion 🙂

Ja, ich bin am ursprünglichen Ziel ein wenig vorbeigdriftet, da jetzt 2 Devices am Nachtkastl stehen. Aber ich hab a Freud‘.